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Blick in den Ausstellungssaal System Erde mit Globus und Urpferdchen
Evolution und Geoprozesse

In diesem Forschungsbereich werden bio- und erdwissenschaftliche, sowie planetologische Fragestellungen interdisziplinär und zusammen mit Partnern in der ganzen Welt untersucht. Diese Forschung ist sammlungsgestützt und die neugewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse entwickeln wiederum unsere umfassende Sammlung. Zoologen, Paläontologen und Geowissenschaftler forschen zu Fragen nach den mikroevolutionären Mechanismen der Populationsdifferenzierung und Artenbildung, der Evolution von Bauplänen und der Vielgestaltigkeit von Organismen. Unsere Arbeit erstreckt sich über die gesamte Zeitspanne – von der Entstehung unseres Sonnensystems, der Gegenwart bis hin zum Modellieren von Zukunftsszenarien. Untersucht werden auch Prozesse der Diversitätsdynamik, basierend auf Veränderungen von Lebensgemeinschaften in Raum und Zeit.

Der Forschungsbereich ist in vier Abteilungen untergliedert.

Mikroevolution
In der Abteilung „Mikroevolution“ stehen graduelle evolutionäre Veränderungen von Organismen im Vordergrund, die über längere Zeiträume zur Entstehung neuer Formen führen können. Die Kenntnis mikroevolutionärer Mechanismen und Prozesse ist die Voraussetzung für das Verständnis von grundlegenden biologischen Vorgängen wie die Anpassung von Organismen an sich verändernde Umwelten, die Differenzierung von Populationen und die Entstehung neuer Arten.
Evolutionäre Morphologie
Die Abteilung „Evolutionäre Morphologie“ beschäftigt sich mit der Evolution von Bauplänen und Merkmalskomplexen im Pflanzen- und Tierreich. Dabei werden sowohl intrinsische Prozesse, wie die Individualentwicklung und Genetik, als auch extrinsische Prozesse, wie funktionelle und ökologische Einflüsse auf Bauplanevolution in rezenten wie fossilen Organismen untersucht. Dabei bedienen sich die Forscher verschiedener Methoden, darunter moderne bildgebende Verfahren und verschiedene Formen der Digitalisierung sowie molekularbiologische Arbeitsansätze.
Diversitätsdynamik
Die zentralen Forschungsziele der Abteilung „Diversitätsdynamik“ gelten den Prozessen, die die Biodiversität auf unserer Erde verändern und den ökologischen und evolutiven Auswirkungen dieser Veränderungen. Dazu werden aktuelle sowie erdgeschichtliche Diversitätsveränderungen untersucht, die z.B. durch Lebensraumverlust oder Klimawandel ausgelöst werden.
Impakt- und Meteoritenforschung
Die Abteilung „Impakt- und Meteoritenforschung“ befasst sich mit katastrophalen Einschnitten in der Erdgeschichte, die die Entstehung und Entwicklung von Leben auf der Erde entscheidend geprägt haben. Die Entstehung unseres Sonnensystems, der Erde und von Meteoriten, die Zusammenhänge zwischen Umweltveränderung, z.B. Anstieg der Meerwassertemperatur, und dem Aussterben von Arten werden erforscht.

Der Forschungsbereich „Evolution und Geoprozesse“ umfasst ca. 150 Mitarbeiter – Museumswissenschaftler, Gastwissenschaftler, Doktoranden und Post-Doktoranden, sowie eine großen Zahl von Studenten aus aller Welt. Zwei state-of-the-art Laborkomplexe enthalten eine Anzahl von Großgeräten, darunter ein molekular-genetisches Labor, Computer-Tomographie, und mineralogische und geochemische Einrichtungen.

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