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Besucher im Sauriersaal des Museums für Naturkunde
Wissenschaftskommunikation und Wissensforschung

Wissenskommunikation und Partizipation in Theorie und Praxis


Forschungsmuseen sind Orte der Bildung, der Vermittlung, des Wissenstransfers und des öffentlichen wissenschaftlichen Diskurses. Wie kann ein naturkundliches Forschungsmuseum im aktivierend vermitteln und seiner Aufgabe als öffentliches Diskussionsforum an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gerecht werden? Der Forschungsbereich 4 befasst sich mit der Frage, wie die Interaktion zwischen wissenschaftlichen und weiteren gesellschaftlichen Akteuren funktioniert, wie die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Akteuren die Vorstellung von Natur und damit auch das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Kultur prägen, und welche spezielle Rolle dabei Forschungsmuseen hatten, haben – und haben könnten.

Themenüberblick

  • In welchen historischen, kulturellen und politischen Zusammenhängen, Ordnungen und Machtverhältnissen agieren Forschungsmuseen im Allgemeinen und das Museum für Naturkunde Berlin im Besonderen?
  • Welches Rollenverständnis haben moderner naturkundlicher Forschungsmuseen, und wie wirkt sich dieses Rollenverständnis auf die eigene Praxis und die Beteiligung an internationalen Debatten zur gesellschaftlichen Funktion von naturkundlichen Forschungsmuseen aus?
  • Wie können wissenschaftliche Inhalte an unterschiedliche Zielgruppen vermittelt werden und im Austausch mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren entwickelt und kommuniziert werden?
  • Welche Wissenstransferaufgaben gehören zu den primären Kernaufgaben des MfN (primärer Wissenstransfer), und wie funktioniert dieser Transfer wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse in die Gesellschaft?
  • Wie und vor welchem wissenschaftlichen, strukturellen, prozessorientierten und ethischen Hintergrund kann Wissenstransfer für weitere Felder der Museumsarbeit strategisch ausgebaut werden (sekundärer Wissenstransfer)?
  • Wie funktionieren Integration und Partizipation entlang des gesamten Erkenntnisprozesses?

Abteilungen

Ausstellung und Wissenstransfer

Das Museum für Naturkunde Berlin gilt hinsichtlich seiner Ausstellungen, Bildungs- und Kommunikationsangebote als „State of the Art“ auf internationaler Ebene. Museumskollegen aus aller Welt konsultieren das MfN im Rahmen eigener Ausstellungsplanung und Museumsentwicklung. Das Konzept authentischer Kommunikation - eigene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen ihre Forschungsfelder und Expertise ein, die eigene Sammlung liefert Objekte, angestellte Präparatoren, Grafiker, Medienplaner und Gestalter transferieren die Inhalte in Ausstellungen und Medien – hat durchschlagenden Erfolg.

Ziele sind die Schaffung von innovativen, zielgruppenspezifischen Angeboten im Rahmen der Wissenschaftskommunikation, eine langfristige Besucherbindung und die Ausschöpfung des Besucherpotentials. Daueraufgabe der Abteilung ist die Aufbereitung und Präsentation von Forschungsergebnissen und den Sammlungen des MfN für den Dialog zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik.

Hier werden Informationen für unterschiedliche Zielgruppen übersetzt und in Form von Objekten, Bildern, Fotografien, Grafiken, raumbildenden Inszenierungen und Konzepten für die weitere Verwendung und Umsetzung in Fachartikeln, Vorträgen, Ausstellungen, Broschüren, Flyern, Werbemaßnahmen, Lehrmaterialien und Buchpublikationen bereitgestellt. Die Expertise der Mitarbeiter/innen geht in Lehr- und Informationsangebote ein.

Leitung:
Uwe Moldrzyk

Bildung und Vermittlung

Anliegen der Abteilung Bildung und Vermittlung am Museum für Naturkunde Berlin ist es, mit innovativen Lern- und Forschungsansätzen Museumsbesuchenden partizipative Zugänge zu Wissenschaft, Forschung und Kultur zu eröffnen und sie für Themen wie Umweltschutz und Erhalt der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren.

Mit seinen vielfältigen Angeboten wie Führungen, Mikroskopierkursen, Stadtexkursionen, Programmen für Sehgeschädigte, Abendvorträgen und Projekten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft ist das Museum für Naturkunde ein idealer Ort der Wissenschaftskommunikation und des lebenslangen Lernens.
Neue Bildungsangebote und -materialien werden in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus den Bereichen Bildung, Naturwissenschaften und Kunst entwickelt. Neben Schulen, Kindertagesstätten, Museen, Forschungsinstituten, Volkshochschulen und zahlreichen anderen Orten der kulturellen und wissenschaftlichen Bildung gehören die Universitäten zu den wichtigsten Partnern der Abteilung.

Zu den weiteren Daueraufgaben des Teams der Bildungsabteilung gehören die Organisation und Durchführung von Bildungsprogrammen, die Bearbeitung von Buchungsanfragen sowie der Besucherservice vor Ort mit seinen Serviceeinrichtungen (Kasse, Garderobe und Wachschutz), Serviceangeboten (Audio-Guide, Museumsführer, Website, Bildungsbroschüre) und der Besucherbetreuung in den Ausstellungen.
Weiterhin werden in der Abteilung Absolventen des Freiwilligen Ökologischen Jahres und Praktikanten in ihrer Ausbildung begleitet sowie freie Mitarbeiter/innen in der Bildungsarbeit weitergebildet.

Weitere Schwerpunkte liegen in der Bildungs- und Vermittlungsforschung, im Aufbau von Bildungsnetzwerken regional, national und international sowie in der Beteiligung an der universitären Lehre und Forschung.

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Leitung:
Astrid Faber

Wissenschaft in der Gesellschaft

Der Schwerpunkt der Abteilung "Wissenschaft in der Gesellschaft" liegt in der Reflektion und Beforschung der Interaktion zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. In verschiedenen Initiativen ist hier die sozial- und politikwissenschaftliche Kompetenz des Museums gebündelt. In den Feldern Politikberatung, Citizen Science (Bürgerwissenschaft),Wissenschaftssoziologie, kollaboratives Arbeiten und Biodiversitätsforschung werden verschiedene Partizipationsprozesse sowohl moderiert als auch reflektiert und erforscht.

WiG unterstützt damit konzeptionell, inhaltlich und koordinierend den Ausbau der bürgerwissenschaftlichen, diskursiven und reflexiven Aktivitäten am Museum sowie die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik. Die Abteilung kooperiert eng mit vielen Akteuren sowohl innerhalb als auch außerhalb des MfN.

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Leitung:
Dr. Katrin Vohland

PAN - Perspektiven auf Natur

PAN ist ungewöhnlich: eine Forschungsabteilung am Berliner Museum für Naturkunde, die sich ausgehend von der Institution und ihren Sammlungen (Objekte, Archivalien, Bibliotheksbeständen) kulturwissenschaftlichen und künstlerischen Fragestellungen widmet, um neue Perspektiven auf das Verständnis von „Natur“ zu eröffnen. PAN ist ein Grenzgänger zwischen den Disziplinen und unterschiedlichen Interessensgruppen des Museums, der mit neuen Fragen, Themen und Methoden zum Diskutieren, Streiten und Weiterdenken anregt.

PAN bündelt die wissenschaftshistorische Forschung am Museum, fördert und initiiert neue Forschungs- und Vermittlungsprojekte in Kooperation mit Partnern aus den Kulturwissenschaften und der Kunst. Durch die Erschließung und Erforschung der Sammlungen am Museum für Naturkunde Berlin als kulturwissenschaftliche Quellen fördert PAN zudem die Wahrnehmung des Museums für Naturkunde Berlin als kulturelle Einrichtung und interdisziplinär bedeutende Forschungsinfrastruktur.

PAN dient der kritischen Selbstreflexion, interdisziplinären Vernetzung und Innovation. Aufgabe ist es, die Wissensproduktion und Wissenspräsentation am Museum für Naturkunde Berlin in Vergangenheit und Gegenwart zu untersuchen sowie experimentelle Vermittlungsformen zu entwickeln und zu testen, um auf dieser Grundlage einen interdisziplinären Diskurs über das Museum für Naturkunde im 21. Jahrhundert zu führen. PAN fragt nach den sozialen, politischen, kulturellen und historischen Kontexten, in denen sich Begriffe von Natur, naturkundliche Disziplinen, die Sammlungen und deren museale Vermittlung zu unterschiedlichen Zeiten entwickeln.

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Leitung:
Anita Hermannstädter und Dr. Ina Heumann

Historische Arbeitsstelle

Die Historische Arbeitsstelle mit ihren Historischen Bild- und Schriftgutsammlungen ist weltweit eines der bedeutendsten Archive zur Geschichte der Naturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Biologie. Unmittelbar mit den naturwissenschaftlichen Sammlungen des Museums für Naturkunde verknüpft, verfügt die Abteilung über Dokumente aus mehr als 200 Jahre nationaler und internationaler Wissenschaftsgeschichte. Die Korrespondenzen, Verwaltungsunterlagen, Berichte, Objektlisten, Expeditionsberichte und –tagebücher werden ergänzt durch Nachlässe, Lehrmaterialien, Karten, Zeichnungen, Fotos und einer umfangreichen Sammlung historischer Porträts. Zunächst als Verwaltungsarchiv der Direktoren geführt beginnt die Nutzung und Erschließung der Bestände als „Archiv” in den 1930er Jahren. Seit 1968 existiert eine eigene Kustodie, zunächst mit der Bezeichnung Historische Bild- und Schriftgutsammlungen, ab 1994 Historische Arbeitsstelle.

Als Sammlungs- und Forschungsabteilung hat die Historische Arbeitsstelle die Aufgabe, die mannigfaltige Dokumentation der geschätzten 30 Millionen Objekte des Museums, ebenso wie die seiner Geschichte zu sammeln, zu erschließen, zu erforschen und für weiterführende Forschung verfügbar zu machen. Besondere Bedeutung kommt dabei den Korrespondenzen, Reisetagebüchern oder Sammlungslisten von Forschungsreisenden und Sammlern aus dem 19. Jahrhundert zu, da diese Dokumente oft der einzige Nachweis zur Herkunft von Objekten sind, die heute als Grundlage der Biodiversitätsforschung dienen. Neben ihrer Nutzung für historische und naturwissenschaftliche Forschungen als globale wissenschaftliche Infrastruktur gewinnen die Sammlungen zunehmend auch für andere kulturwissenschaftliche und künstlerische Fragestellung an Bedeutung.

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Leitung:
Dr. Sabine Hackethal

Kontakt:
has@mfn-berlin.de

Auf Grund von Baumaßnahmen am Museum für Naturkunde Berlin sind die Sammlungen derzeit nur beschränkt Zugänglich. Mehr Informationen finden Sie hier.

 


 

Organigramm

Hier finden Sie das Organigramm des Forschungsbereichs:

 

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