Sie sind hier

Paläontologische Bibliothek am Museum für Naturkunde, Foto: HwaJa Götz / MfN

Bibliothek

Das Museum für Naturkunde Berlin enthält die Bibliotheken des einstigen Zoologischen Museums, sowie des Paläontologischen Museums und des Mineralogischen Museums der „Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin“. Heute stellen diese Bibliotheken eine organisatorische Einheit dar, die Bestände sind jedoch dezentral aufgestellt. Der Gesamtbestand der Bibliothek am Museum für Naturkunde umfasst ca. 374.000 Bestandseinheiten (inkl. Karten und Sonderdrucke). Mehr als 700 gedruckte Zeitschriften und 5.262 elektronische Zeitschriften werden laufend gehalten (Stand 2015).

Geschichte

Gleichzeitig mit der Universität wurden diese Bibliotheken 1810 gegründet. Die Zoologische Bibliothek ist bis heute eine der wichtigsten Referenzbibliotheken zur Zoologie im deutschsprachigen Raum, deren Bestände bis in das 15. Jh. zurückgehen. Die bibliophilen Kostbarkeiten stammen zum Teil aus der Bibliothek der 1773 gegründeten Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin, deren Mitglieder so bedeutende Naturwissenschaftler waren, wie Rudolf Virchow, Adalbert von Chamisso, Robert Bunsen, Alfred Brehm, Georges Cuvier, Ernst Haeckel, Jean Baptiste de Lamarck, sowie Alexander von Humboldt, um nur einige zu nennen. Bei zahlreichen Bänden handelt es sich durch persönliche Eintragungen der Wissenschaftler, um personalisierte einzigartige Exemplare, die diese Bibliothek auf besondere Weise ausmachen.

Mehrere Sondersammlungen sind als historische Buchbestände von besonderer Bedeutung, z.B. die bienenkundliche Bibliothek des Besitzers der Berliner Gasanstalten und begeisterten Imkers Edward Drory (1844-1904), die ca. 2.400 Bände Literatur des 16. bis 19. Jh. enthält oder die historische Kartensammlung des bedeutenden Geologen Leopold von Buch.

Highlights

Johann Heinrich Linck: De stellis marinis liber singularis / tabularum senearum figuras exemplis nativis apprime similes et autoris observationes disposuit et illustravit Christianus Gabriel Fischer
Lipsiae, 1733    
 

Aufgeschlagene mit Notizen versehene Seite von der Ausgabe von „De Stellis Marines“ der Bibliothek im Museum für Naturkunde, Foto: Carola Radke / MfN

Detailaufnahme einer der Illustrationen und Eintragungen in der Ausgabe von “De Stellis Marines” der Bibliothek, Foto: Carola Radke / MfN

Die hier gezeigte personalisierte Ausgabe von „De Stellis Marinis“ ist ein bemerkenswertes Beispiel für die wissenschaftsgeschichtlichen Besonderheiten der Bibliothek. Der Apotheker Johann Heinrich Linck d. Ä. veröffentlichte 1733 dieses allererste Sammelwerk über See- und Schlangensterne und schuf damit die Grundlage für die Taxonomie dieser Gruppen. Zwischen 1670 und 1807 wurden die Sammlungsstücke von Heinrich Linck, seinem Sohn Johann Heinrich d. Ä. (Autor des Buches), und seinem Enkel Johann Heinrich d. J. in Folge zusammengetragen und dienten als Grundlage für die Monographie. Linck’s ausführliche Beschreibungen der einzelnen Arten wurden durch Kupferstiche repräsentativer Exemplare von Johann August Corvinus bildlich ergänzt. Die Abbildungen sind aufwändig koloriert und, wie auf dem Foto gezeigt, teilweise mit ausführlichen handschriftlichen Notizen versehen.

Die erste Seite vermerkt „Geschenk der Frau Geheimrat von Martens zur Erinnerung an Herrn Geheimrat Prof. Dr. E. von Martens - Januar 1905“. Durch die Provenienz des Buches wird vermutet, dass die handschriftlichen Eintragungen von dem Naturforscher Wilhelm Gottlieb Tilesius von Tilenau stammen, der 1812 korrespondierendes Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin wurde und ein Forschungsmitstreiter und Freund des damaligen Kurators für Marine Weichtiere am Museum für Naturkunde Berlin, Herrn Prof. Eduard von Martens war.

Linck‘s Monographie erschien vor der 10. Auflage von Carl von Linné‘s Werk Systema Naturae und ist deswegen mit taxonomisch irrelevanten Namen versehen. Jedoch diente das Werk als Grundlage für wissenschaftliche Beschreibungen einiger Arten auch durch Linné selbst. 24 Tiere der Linck’schen Seestern-Sammlungen, auf deren Abbildungen Linné in seinem Werk verweist, können damit als Linné’sches Typusmaterial gelten. Sie sind noch heute im Museum Waldenburg in Sachsen erhalten.

Zugang

Die Bibliothek am Museum für Naturkunde bietet Zugang zu gedruckten und elektronischen Informationen für die Bereiche Zoologie, Paläontologie, Mineralogie, Geologie, Natur- und Wissenschaftsgeschichte. Es handelt sich um eine Präsenzbibliothek, die primär den Mitarbeitern des Museums, aber auch interessiertem Fachpublikum zur Verfügung steht. Externe Besucher werden, um vorherige Anmeldung per Email oder per Telefon gebeten. Es steht ein Color-Buchscanner mit Speichermöglichkeit auf einem USB-Stick zur Verfügung. Bitte einen USB-Stick ggf. mitbringen.

Die Bibliotheksordnung finden Sie hier.

Öffnungszeiten:
Standort Zoologie (unter Mitbetreuung des Standortes Mineralogie und Paläontologie)

Mo-Fr 10.00-17.00 Uhr

Achtung! - Veränderte Öffnungs- und Schließzeiten
 
Liebe Leser/innen der Bibliothek,
 
aufgrund der Einführung eines neuen Betriebssystems, bitten wir Sie vorübergehend folgende Änderung unserer Öffnungszeiten zu berücksichtigen:
ab 01. Dezember 2016 ist die Bibliothek von Montag bis Freitag in der Zeit von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
 
Unsere Bibliothek schließt darüber hinaus über die Weihnachtsfeiertage bzw. zum Jahreswechsel in der Zeit vom 19. Dezember 2016 bis 01. Januar 2017.
Digitale Kataloge und Datenbanken

Kataloge

Datenbanken

Die folgende Auswahl ist innerhalb des Netzes des Museums für Naturkunde verfügbar.

Elektronische Zeitschriften

Bitte beachten Sie, dass die elektronischen Zeitschriften für das "Museum für Naturkunde" lizenziert sind. Ein Zugriff auf die elektronischen Zeitschriften ist daher nur innerhalb des Museums gewährleistet.

Zeitschriften des Museums für Naturkunde:

Historische Bestände:

Die unter "Historische Bestände" aufgeführten Ressourcen unterliegen der creative commons Lizenz. Diese Werke und Inhalte dürfen vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden.
 

Teilen

Facebook icon
Twitter icon
Google icon

Kontakt

E-Mail: bibliothek@mfn-berlin.de

Dipl.-Bibl. Martina Rißberger,
Fachliche Leiterin der Bibliothek

Hans-Ulrich Raake,
Bibliotheksassistent