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Museum für Naturkunde Berlin unterstützt Fellow-Programm Freies Wissen mit Expertise zu Citizen Science

Das von Wikimedia Deutschland e.V. und dem Stifterverband initiierte Fellow-Programm Freies Wissen geht in diesem Herbst in die zweite Runde. Gefördert wird die praktische Umsetzung von Offener Wissenschaft durch Stipendien für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Das Museum für Naturkunde Berlin beteiligt sich als wissenschaftlicher Partner mit Qualifizierungsangeboten zu Citizen Science. Die Ausschreibungsrunde startet am 9. Juni 2017.

Offene Wissenschaft (Open Science) zielt darauf, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen um Forschungsprozesse zugänglicher und (nach)nutzbarer zu machen. Dabei sollen zum einem Forschungsergebnisse wie Publikationen, Daten und Software besser verfügbar gemacht und früher bereitgestellt werden. Zum anderen sollen die angewandten Methoden und Prozesse, wie Peer Review und Lehre, transparenter und offener gestaltet werden. Neben diesen Dimensionen, die sich hauptsächlich auf das Innenleben der Wissenschaft beziehen, hat sich in den letzten Jahren unter dem Schlagwort Citizen Science auch eine zunehmenden Öffnung in Richtung gesellschaftlicher Partizipation an Wissenschaft etabliert.

Bei Initiativen der Bürgerwissenschaft (Citizen Science) beteiligen sich Laien, Ehrenamtliche oder Bürgergruppen direkt an Forschungsprozessen. Einbindung und Beiträge haben einen sehr diversen Charakter – von der einmaligen Teilnahme an online Spielen mit wissenschaftlichem Hintergrund (Serious Games) über die regelmäßige Einsendung von Fotos naturkundlicher Beobachtungen bis hin zu zivilgesellschaftlich initiierten Forschungsprojekten. Darüber hinaus umfassen bürgerwissenschaftliche Aktivitäten ein breites Spektrum an Tätigkeiten und wissenschaftlichen Disziplinen. Potenziale von Citizen Science sind vielfältig und beinhalten u.a. Wissenschaftsbildung, die Bereitstellung großer Datenmengen für die Forschung, Erfassung bisher unzugänglicher Daten, Mustererkennung, Erarbeitung robuster Fragestellungen und Methoden sowie einen starken  Anwendungsbezug von Wissenschaft und Beiträge zum sozio-ökologischen Wandel. Mit anderen Prinzipien der Open Science ist der Bürgerwissenschaft gemein, dass Anpassungen an wissenschaftlichen Anreizsystemen, Ausbildung und Forschungsförderung nötig sind, um Citizen Science als eine Säule von Offener Wissenschaft in der Praxis zu verankern.

Um das Wissen und die Praxis zu Offener Wissenschaft weiter voranzubringen, haben Wikimedia Deutschland e. V. und der Stifterverband 2016 das Fellow-Programm Freies Wissen ins Leben gerufen. Mit Unterstützung der VolkswagenStiftung geht das Programm in diesem Herbst in die zweite Runde. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen können sich auf 20 Stipendien bewerben, um Offene Wissenschaft in ihrer Forschungspraxis auszuprobieren. Die Ausschreibungsrunde startet am 9. Juni.

Das Museum für Naturkunde Berlin beteiligt sich als wissenschaftlicher Partner mit Qualifizierungsangeboten zu Citizen Science. Dafür werden die Netzwerke und Erfahrungen des Hauses in der Stärkung von Bürgerwissenschaft in Deutschland und Europa mobilisiert. Das Museum für Naturkunde Berlin betreibt gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog die deutsche Citizen Science-Plattform Bürger schaffen Wissen, stellt den Vorstand des Vereins Europäischer Bürgerwissenschaften (European Citizen Science Association), leitet eine COST Action zur Vernetzung von Forschung über Bürgerwissenschaft und stellt den Vorsitzenden der europäischen Open Science Policy Platform.

Alle Informationen zum Fellow-Programm Freies Wissen erhalten Sie unter https://wikimedia.de/wiki/BildungWissenschaftKultur/Fellowprogramm

Aktivitäten zu Citizen Science am Museums für Naturkunde Berlin unter

https://www.naturkundemuseum.berlin/sites/default/files/citizensciencebroschuere.pdf.

 

Buergerschaffenwissen.de – die Online-Plattform für Citizen Science

Das Museum für Naturkunde Berlin betreibt gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD) die Online-Plattform buergerschaffenwissen.de, die zentrale Online-Plattform für Citizen Science in Deutschland. Dort stellen sich aktuell über 80 Projekte aus den unterschiedlichsten Disziplinen vor und laden zum Mitmachen ein. Die Projekte lassen sich nach verschiedenen Kriterien filtern und ermöglichen Interessierten so, „ihr“ Bürgerforschungsprojekt zu finden.

European Citizen Science Association

Die European Citizen Science Association (ECSA) ist ein Netzwerk von Citizen Science Initiativen mit dem Ziel, Bürgerwissenschaften in ganz Europa zu fördern und international anzubinden. Dazu vernetzt ECSA Citizen Science Akteure, z.B. Forschungsinstitute, Universitäten, Museen und andere Initiativen aus 28 EU-Ländern, Israel, Australien und den USA miteinander und bietet ihnen eine Austauschplattform auf europäischer Ebene. ECSA ist als gemeinnütziger Verein in Deutschland registriert und wird von einem Sekretariat am Museum für Naturkunde Berlin koordiniert. Die ECSA Arbeitsgruppe zu Citizen Science und Open Science wird von Frau Claudia Göbel co-geleitet. Für weitere Information siehe: https://ecsa.citizen-science.net/.

Open Science Policy Panel - OSPP

Unter dem Slogan „open innovation, open science, open to the world“ möchte die Europäische Kommission die Innovationskraft – und damit auch die Wirtschaftskraft – von Europa fördern. Eine mit Vertretern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zusammengesetzte beratende Plattform (OSPP – Open Science Policy Panel) berät die Europäische Kommission dabei; Prof. Dr. Vogel als Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin sitzt dem OSPP vor. Citizen Science wird als ein Kernbaustein dafür gesehen, um Wissenschaft effektiv in die Gesellschaft zu tragen.

COST Action CA15212 „Citizen Science zur Förderung von Kreativität, Wissenschaftsbildung und Innovation in Europa“

Die COST Action fördert die Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die über Citizen Science forschen. Im Juni 2017 nehmen bereits 203 Forschende aus 37 Ländern am Austausch teil. Ziel des vierjährigen Kapazitätsentwicklungsprogrammes ist es, Potenziale von Citizen Science für soziale Innovationen und die sozio-ökologische Transition herauszustellen. Dazu widmen sich sechs Arbeitsgruppen den Themen wissenschaftliche Qualität, Synergien mit Bildung, Interface Wissenschaft-Gesellschaft-Politik, Zivilgesellschaft, Datenstandardisierung und Interoperabilität sowie Synthese und übergeordnete Projekte. Über regelmäßige Treffen, Rechercheaufenthalte und Sommerschulen sollen weiterführende Kooperationen zwischen Forschenden aus den COST Mitgliedsländern angestoßen und so die Forschung zu Bürgerwissenschaft langfristig gestärkt werden. Dr. Katrin Vohland, Leiterin von Forschungsbereichs Wissenschaftskommunikation und Wissensforschung am Museum für Naturkunde Berlin, ist Chair der COST Action. Mehr Informationen zur COST Action unter: http://cs-eu.net/.

Bei Rückfragen stehen Ihnen gern zur Verfügung:

Claudia Göbel, European Citizen Science Association (ECSA) AG Open Science und Citizen Science c/o Museum für Naturkunde Berlin

Claudia.Goebel@mfn-berlin.de, Tel. 030 2093 8429

David Ziegler, Citizen Science Platform Buergerschaffenwissen.de

David.Ziegler@mfn-berlin.de, Tel. 030 2093 8739

Dr. Katrin Vohland, Leitung des Forschungsbereichs Wissenschaftskommunikation und Wissensforschung

Katrin.Vohland@mfn-berlin.de, Tel. 030 2093 8945

Dr. Gesine Steiner, Pressesprecherin

Gesine.Steiner@mfn-berlin.de, Tel. 030 2093 8917

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Kontakt

Dr. Gesine Steiner
Pressesprecherin /
Leiterin Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit 

Museum für Naturkunde
Leibniz-Institut für Evolutions-
und Biodiversitätsforschung
Invalidenstrasse 43
10115 Berlin

Tel. +49(0)30 2093 8917
Fax. + 49(0)30 2093 8914
gesine.steiner@mfn-berlin.de
www.naturkundemuseum.berlin