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Taumelflügler - eine Entdeckung aus Bernstein

Taumelflügler – blöd, wenn man nach genau der Fähigkeit benannt ist, die man nicht richtig kann. Was für eine Welt wäre das! Schildkröten hießen „Lahmläufer“, Töpfervögel hießen „Kannabernichtkochen“, Raubtiere „Ohnefleischgehtnichts“ und manch Menschen würden alle 3 Namen ganz gut stehen.

Jedenfalls beweist die deutsch-chinesische Forschergruppe mit Beteiligung des Museums für Naturkunde nicht nur Kreativität in der Namensgebung der von ihnen neu entdeckten Insektenordnung, sondern auch tatkräftigen Erkenntnisgewinn im Feld der Biodiversitätsforschung.

Ob Taumelflügler wirklich nicht richtig fliegen konnten ist eine Vermutung, die durch intensive Untersuchungen an insgesamt 14 Bersnteineinschlüssen aus Burma/Myanmar (Südostasien) aufgestellt werden kann. Der Bau der Vorder- und Hinterflügel ist so ausgeprägt, dass aktives Fliegen nicht möglich war.

Die Gesamtbilanz des Forschungsprojektes: eine neue Ordnung, zwei neue Gattungen, vier neue Arten und ganz viel Wissen über ein Teil der Ökosysteme, als noch Dinosaurier über die Erde stampften. Das „braune Gold“ ist nämlich ca. 100 Mio. Jahre alt und damit mehr als doppelt so alt, wie die kleinen, braunen Steinchen, die man an der Ostseeküste findet.

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